Category Archives: Spiritualität

Freude als Widerstand (Adventsandacht)

image110

Meine Adventsandacht, gehalten im Ökumenischen Wohnheim am 16.12.2017.

In den zahlreichen satirischen und nichtsatirischen Jahresrückblicken ist man sich weitestgehend einig: das Jahr 2016 war zumindest politisch irgendetwas zwischen einer großen Katastrophe und einem epochalen Einschnitt in der Nachkriegeschichte. Denn nichts deutet darauf hin, dass das Jahr 2016 politisch nur eine Ausnahme war und danach alles wieder gut wird. Es ist selten, dass man so schnell spürt, wie ein großer Einschnitt durch die gesamte westliche Welt geht und die Ordnung nach dem Kalten Krieg plötzlich in Bewegung gerät.

Continue reading

Advertisements

Raum geben – Adventsandacht

 10665377_910435062301742_3413123136594472807_n

Im Ökumenischen Wohnheim war es letzten Freitag meine Aufgabe zum großen Adventsfest eine Andacht zu halten. Nun bin ich zwar ziemlich eingerostet, was das angeht, aber die Andacht gefiel mir letztlich doch ganz gut und so will ich die hier hochladen. Wie es sich für ein ökumenisches Wohnheim gehört, entschied ich mich für ein eher katholisches Thema: Maria und die Ankündigung der Geburt Jesu in Lukas 1.

I. Vom Unmöglichen getroffen

Manchmal passiert einem etwas Unerwartetes.

Manchmal widerfährt einem etwas, dass den Horizont sprengt.

Manchmal wird man vom Unmöglichen getroffen.

Was bedeutet das wohl: schwanger zu werden? Kann man das als Mann eigentlich nachvollziehen? Plötzlich ist alles anders, plötzlich verändert sich der ganze Körper, vielmehr noch: das ganze Leben. Alles muss umgestellt werden: die Ernährung, die Lebensweise. Und man merkt, wie da etwas Neues heranwächst.

Continue reading

Con:Fusion 2014: Waberndes und Flüssiges

In Zygmunt Baumans Typologie postmoderner Lebensformen gibt es den Typen des Vagabunden. Dem Vagabund hängen fremde Gerüche an, seine Körpersprache wirkt unstimmig, seine Gesten unbeholfen. Er scheint fehl am Platz. Man merkt, dass er nicht von hier ist. Er pflegt seine eigene Unzugehörigkeit und leidet dennoch darunter. Nichts ist ihm so suspekt wie Heimatgefühle, nach nichts sehnt er sich mehr.

Es stellt sich die Frage, ob es Orte gibt, an denen selbst Vagabunden zuhause sein können.

B3oCeCCCAAANnEq (1)

Beim Präsentieren – Quelle: Daniel Hufeisen

Vergangenes Wochenende trafen sich fast 40 Leute, manche davon Vagabunden, in der hessischen Pampa – ausgerechnet in Wabern – Emergent Deutschland veranstaltete dort Con:Fusion, ein kleines, konzentriertes Format. Ein Neustart.

Continue reading

Andacht zum Fahradfahren oder: das Evangelium ist kein Lagerfeuer

Nun habe ich meinen neuen Job im Ökumenischen Wohnheim als Studienleiter angetreten. Da es Teil des Jobs ist ca. alle 1,5 Wochen eine Andacht vorzubereiten und ich die doch meistens ganz ausformuliere, hier mal eine solche Andacht. Es knüpft an, an eine Frage, die ich die Woche davor aufgeworfen habe, nämlich: wie sieht eine Spiritualität des Gegenwärtigen und Alltäglichen aus?

Lesung:

Joh 17,18: So wie Du mich in die Welt gesandt hast, so habe ich sie in die Welt gesandt.

Andacht:

Letzte Woche habe ich die Frage aufgeworfen nach einer Spiritualität des Alltäglichen, des Weltlichen, nach einer Spiritualität, die eben nicht nur in stillen Kämmerlein oder hinter dicken Kirchenwänden funktioniert, sondern inmitten eines herausfordernden Lebens, inmitten der Vielzahl von Eindrücken aber auch von Langweile, inmitten von Sinnlichkeit und Sinnlosigkeit, inmitten der Fülle des Lebens, aber auch seiner Leere und Stumpfsinnigkeit, inmitten von Begegnungen, die mal belebend, mal frustrierend sind. Inmitten einer Welt, die scheinbar den Glauben an Gott gar nicht so unbedingt braucht, um gut zu funktionieren.

Ich habe einen Text gefunden, darüber wie man mit diesen Spannungen umgeht. Eine Art postmodernen Psalm.

Continue reading