Category Archives: Gottesdienst

Freude als Widerstand (Adventsandacht)

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Meine Adventsandacht, gehalten im Ökumenischen Wohnheim am 16.12.2017.

In den zahlreichen satirischen und nichtsatirischen Jahresrückblicken ist man sich weitestgehend einig: das Jahr 2016 war zumindest politisch irgendetwas zwischen einer großen Katastrophe und einem epochalen Einschnitt in der Nachkriegeschichte. Denn nichts deutet darauf hin, dass das Jahr 2016 politisch nur eine Ausnahme war und danach alles wieder gut wird. Es ist selten, dass man so schnell spürt, wie ein großer Einschnitt durch die gesamte westliche Welt geht und die Ordnung nach dem Kalten Krieg plötzlich in Bewegung gerät.

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Con:Fusion 2014: Waberndes und Flüssiges

In Zygmunt Baumans Typologie postmoderner Lebensformen gibt es den Typen des Vagabunden. Dem Vagabund hängen fremde Gerüche an, seine Körpersprache wirkt unstimmig, seine Gesten unbeholfen. Er scheint fehl am Platz. Man merkt, dass er nicht von hier ist. Er pflegt seine eigene Unzugehörigkeit und leidet dennoch darunter. Nichts ist ihm so suspekt wie Heimatgefühle, nach nichts sehnt er sich mehr.

Es stellt sich die Frage, ob es Orte gibt, an denen selbst Vagabunden zuhause sein können.

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Beim Präsentieren – Quelle: Daniel Hufeisen

Vergangenes Wochenende trafen sich fast 40 Leute, manche davon Vagabunden, in der hessischen Pampa – ausgerechnet in Wabern – Emergent Deutschland veranstaltete dort Con:Fusion, ein kleines, konzentriertes Format. Ein Neustart.

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Rückschau auf’s Emergent Forum 2013

Der Zwischenraum ist ein Ort jenseits aller Orte.
Er ist ein undefiniertes Niemandsland zwischen zwei oder mehr fest umgrenzten Zonen.
Zwischenräume sind immer “weder hier noch dort” oder “sowohl ein bisschen hier als auch schon ein wenig dort”.
Ein solcher Zwischenraum ist für mich das Emergent Forum, dass sich auch in meinem Leben seit einigen Jahren als eine – wenn man das sagen darf – “feste Institution” eingebürgert hat. Seit Jahren arbeite ich bei Emergent Deutschland mit. Wenn ich es recht überlege, ist es das Engagement, dass ich am beständigsten und ausdauerndsten verfolgt habe. Doch fällt es mir nach so vielen Jahren immer noch nicht so leicht, zu beschreiben, was wir denn dort eigentlich machen.
Denn wie soll man ein Niemandsland beschreiben? Wie kann man einen Ort jenseits der Orte beschreiben?

So lud ich einen guten Freund aus Basel nach Berlin ein, den das Thema “Spiritualität” interessierte – ein Begriff, mit dem ich eher meine Probleme habe. Und wie Corinna und ich es taten, reiste er schon am Donnerstag in Berlin an.
Am Abend kamen wir dann ins Gespräch: “Was ist denn nun eigentlich dieses Emergent?” – eine Frage, die ich grundsätzlich nicht ohne ein Bier (und nach dem chinesischen Essen – einen Verdauungsschnaps) beantworten kann.

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Alternativer Karfreitag

Gestern hatte ich die Ehre an einem Alternativen Gottesdienst von der Kubik-Gemeinschaft im Café NUN in Karlsruhe teilzunehmen.

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(Bilder von Hannegret Lindner: hannafaktur.de)

 

Dieser Gottesdienst beschäftigte sich mit dem Symbol des zerißenen Vorhangs. In den Evangelien wird berichtet, wie in der Stunde des Todes Jesu der Vorhang im Tempel zerriss. Dieser Vorhang trennte das Allerheiligste, in dem Gott Wohnung bezog, vom Rest des Tempels. Nur zum Yom Kippur, zum großen Versöhnungstag, durfte der Hohepriester das Allerheiligste betreten und dort stellvertretend für das außererwählte Volk Gott opfern. 

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