Žižek – What if no one’s watching

Alle neuen Blogleser seien hiermit willkommen geheißen. Zur Erklärung: ich beschäftige mich seit dem Sommer mit dem Buch “Less than Nothing” von Slavoj Zizek, einem slowenischen Philosophen, in dem es um nicht weniger als die ganze Wirklichkeit geht. Hier geht’s zu meiner Einführung in Zizek.

Nachdem wir nun den “großen Anderen” als Instanz eingeführt haben, lässt sich vielleicht genauer beschreiben, was denn Žižek als Atheisten so sehr am Christentum interessiert. Kurz gesagt ist für Žižek in Anlehnung an Hegels Religionsphilosophie das Christentum der einzige Weg zum “wahren Atheismus”.

Ich versuche das mal anhand von einem alten Ani Di Franco Song auszuführen:

….and I think,
what if no one’s watching
what it when we’re dead, we’re just dead
what if it’s just us down here
what if god ain’t looking down
what if he’s looking up instead

if my life were a movie
I would light a cigarette
and the smoke would curl around my face
everything I do would be interesting
I’d play the good guy
in every scene
but I always feel I have to
take a stand
and there’s always someone on hand
to hate me for standing there
I always feel I have to open my mouth
and every time I do
I offend someone
somewhere

Ani DiFranco beschreibt in diesem Song so ziemlich genau den Großen Anderen als der Instanz, aus deren Perspektive wir unser Leben betrachten und im Lichte derer wir uns inszenieren. Hier wird quasi Hollywood und die cineastischen Klischees als dieser Große Andere dargestellt, der unser Leben strukturiert. Nun geht aber Ani DiFranco einen Schritt weiter und identifiziert Gott mit dem großen Anderen (was ja naheliegend scheint) und sie wirft die Frage auf: Wenn es keinen Gott gibt, warum inszenieren wir uns dann so, selbst wenn gerade keiner hinschaut? Warum posieren wir, warum funktionieren wir selbst, wenn wir allein sind, nach den Regeln der Gesellschaft?

Genau das ist Žižeks Frage. Natürlich ist für ihn der Gedanke an ein transzendentes Wesen Humbug. Er ist nicht bereit in diesem Sinne zu glauben. Aber, warum verhalten wir uns dann größtenteils so, als würden wir glauben? Žižeks Analyse der gegenwärtigen Kultur will aufdecken: wir glauben alle mehr, als wir anzunehmen bereit sind. Unser Glauben liegt in unserm Handeln, in unserer Inszenierung. Wir sind sozusagen Zyniker zweiter Ordnung: während der normale Zyniker einen Glauben vortäuscht, den er gar nicht ernsthaft unterhält, täuschen wir heute einen Zynismus und eine Ideologieferne vor, die nur scheinbar ist, während die Wahrheit unserer “sozialen Existenz” einen tiefen Glauben offenbart. Der Glaube liegt nicht in unserem Bewusstsein, in den Ideen und Weltanschauungen, sondern in der Materialität unseres Lebensvollzugs. Žižeks Lieblingsbeispiel ist das von Niels Bohr. Dieser hatte als atheistischer Naturwissenschaftler ein umgedrehtes Hufeisen über seiner Eingangstür hängen. Als er gefragt wurde, ob er etwa abergläubisch sei, er antwortete sofort: “Natürlich nicht, aber ich habe gehört, dies würde auch funktionieren, wenn man nicht daran glaubt.”. Hier offenbart sich für Žižek ein viel hintergründigerer Glaube, der vom Subjekt ausgelagert wurde in verschiedene Handlungen, Rituale und Praktiken. Ein Glaube, der – wie er an anderer Stelle sagt – Gebetsmühlen aufstellt, die dann der Wind für uns drehen soll. Es folgt ein längeres Zitat:

“Der moderne Atheist glaubt zu wissen, daß Gott tot ist; was er nicht weiß, ist, daß er unbewußt weiterhin an Gott glaubt. Die Moderne ist nicht länger durch die Standardfigur des Gläubigen charakterisiert, der insgeheim tiefen Zweifel an seinem Glauben hegt und sich Überschreitungsphantasien hingibt; wir haben es heute im Gegenteil mit einem Subjekt zu tun, das sich selbst als toleranten Hedonisten präsentiert, der sich dem Streben nach Glück widmet und dessen Unbewußtes der Ort für Verbote ist: Was unterdrückt wird, sind nicht unerlaubte Begierden und Lüste, sondern das Verbot selbst. “Wenn Gott tot ist, dann ist alles verboten” bedeutet, je mehr man sich selbst als Atheisten wahrnimmt, desto stärker wird das eigene Unbewußte von Verboten beherrscht, die das Genießen sabotieren.
Anstatt Freiheit zu bringen, führt der Sturz der Unterdrückungsinstanz zu neuen und strengeren Verboten.”
(Žižek, Lacan, S. 121f).

An dieser Stelle sollte man sich ins Bewußtsein rufen, dass hier ganz ähnlich wie bei Nietzsches berühmten “tollen Menschen” nicht Gläubige die Addressaten für Žižeks Behandlung des Christentums sind. Es geht Žižek nicht darum, ein Argument aufzubauen, ob Gott existiert oder nicht. Er geht von einer selbstverständlich atheistischen Leserschaft aus, die er mit seiner Behandlung des Christentums vielleicht etwas schocken will. Aber vor allem geht es um untergründige Mechanismen des “Glaubens”.

Žižeks Problem ist, dass man nicht direkt zum Atheismus gelangen kann. Denn das Stürzen dieser göttlichen Substanz, die unseren Alltag regelt führt nur dazu, dass sich diese Substanz verschiebt, dass sie zerstäubt und als die schwer fassbare Instanz des Großen Anderen weiterexistiert und unser Leben durch nunmehr unbewusste (und damit: unangreifbare) Verbote regelt. An die Stelle der bürgerlichen Verbote tritt nun eine Form von bewussten Genuss bzw. jenes substanzlose Genießen, dass alles Traumatische und potenziell Schädliche aus dem Genuss entfernt: koffeinfreier Kaffee, alkoholfreies Bier, eine Paarbeziehung ohne den Kontrollverlust den die Liebe mit sich bringt etc. Jeder Versuch, Gott direkt abzuschaffen hat für Žižek neue, viel schwerwiegendere Probleme mit sich gebracht. Dies demonstriert er am Stalinismus, in dem dann die Gesetze der historischen Notwendigkeit zum neuen, grausamen Gott geronnen sind, der sich in der Person des Josef Stalins seine eigene teuflische Inkarnation schuf.

Dazu braucht Žižek das Christentum – und brauchen ist mit all seinen funktionellen Anklängen hier das richtige Wort: Am Kreuz wird die göttliche Substanz, der große Andere, inkarniert, er wird Fleisch und er stirbt vor unser aller Augen. Am Kreuz erfahren wir den Tod des Großen Anderen und der große Andere stirbt nicht nur für uns, er stirbt für sich selbst: Gott muss sich selbst davon überzeugen, das er tot ist. Damit meint Žižek, dass eine Illusion ja weiterhin ihre Wirkung behält, nachdem sie durchschaut wurde. Die Illusion muss erst quasi objektiv gebrochen werden. Der Despot muss hingerichtet werden, die Berliner Mauer muss fallen, die FDP muss aus den Bundestag fliegen. Erst durch diese objektive Ent-Täuschung wird verhindert, dass uns der große Andere in neuen, unheimlichen Formen wiederbegegnen kann.

Doch geht es Žižek hier nicht um ein atheistisches Weltbild, sondern um eine wahre “materialistische” (und das heißt für ihn atheistische) Lebensform. Und auch dies sieht er im wahren Christentum verwirklicht. Denn wo der Vater durch den Sohn stirbt, kommt der Heilige Geist und das ist für einen Hegelianer ja die Instanz, die ein emanzipatorisches Kollektiv zusammenhält. Christus ist gestorben und mit ihm der Vater, aber in Brot und Wein bleibt uns etwas, dass diesen Tod überdauert. Es bleibt ein Kollektiv, in dem “weder Grieche noch Jude, weder Mann noch Frau etc.” sind, sondern alle sind durch den Heiligen Geist verbunden. Christus ist tot, aber “wo zwei oder drei in meinem Namen beisammen sind, da bin ich mitten unter ihnen”.

Im Christentum sieht Žižek die Bedingung der Möglichkeit für ein wahrhaft emanzipatorisches Kollektiv, dass ohne die Unterstützung durch den großen Anderen funktioniert.

Ich will an dieser Stelle noch keine endgültige Auseinandersetzung führen, welchen “Ertrag” Žižeks Philosophie für die Theologie haben könnte, aber einige erste Anmerkungen. Wirklich stark finde ich die Verortung des “eigentlichen” Glaubens in der Materialität der sozialen Vollzüge abseits unseren bewussten (Un-)Glaubensbekenntnissen.
Auch die Verbindung von Kreuzestheologie zur kollektiven emanzipatorischen Lebensform “ohne großen Anderen” wäre nachdenkenswert, genau wie die Frage: ist der Gottesglaube nur eine Form eine Absicherung von Bedeutung und Sinn im Leben zu schaffen? Wäre das unter Umständen “Götzendienst”? Auch die Diagnose der gegenwärtigen Kultur kann man mit Abstrichen mal so stehen lassen. Nicht in dem Sinne, den Theologen so gerne haben, nämlich sich als nicht gläubig verstehende Menschen doch noch einen Glauben “unterzujubeln”, sondern zB auch im Blick auf den Kapitalismus. Wie viel Glaube steckt eigentlich im Kapitalismus?

Jedoch würde ich auch einige Anfragen stellen. Zum Beispiel warum dann das Christentum so selten “emanzipatorisch” funktioniert hat? Und ob die Struktur des Geistes bei Hegel (“Ein Ich, das Wir ist und ein Wir, das Ich ist”) wirklich das gleiche ist wie der Heilige Geist? Außerdem kann er nicht nur keine Auskunft über die Auferstehung und Himmelfahrt Christi geben, sondern bleibt ihm auch eine zentrale Figur des irdischen Wirkens und Verkündigens Jesu verborgen: die Figur der Gottesherrschaft, des anbrechenden Reich Gottes. Am wichtigsten ist die Frage: funktioniert Gott im Christentum wirklich wie der Große Andere bei Lacan?
Žižek gibt eine Spur, die er selbst nicht mehr verfolgt, nämlich die in der kontinentalen Religionsphilosophie oft besprochene Geschichte aus dem Talmud, in der zwei Rabbiner um die richtige Auslegung einer Stelle in der Tora streiten. Mitten in den Streit kam  Gott selbst vom Himmel herab und wollte den Streit durch ein Wunder lösen. Da argumentierte einer der Rabbis indem er sagte: “Wir achten nicht auf eine göttliche Stimme, da die ‘Tora nicht im Himmel ist’ (deut. 30:12), weil du am Berg Sinai vorzeiten schon die Tora gegeben hast.” Da lachte der Heilige und sagte: “Meine Kinder haben mich besiegt!”.

Sieht man an dieser Stelle nicht etwas interessantes: Der große Andere (hier repräsentiert durch die Regeln der Schriftauslegung und das Verbot in den Lauf der Natur einzugreifen) wird gegen Gott selbst ausgespielt. Ist das nicht die Definition jedes Gottesglauben spätestens seit der Aufklärung? Gott ist nicht der große Andere, sondern der große Andere herrscht und richtet über Gott, er schränkt seine Möglichkeiten des aktiven Eingreifens ein. Deshalb muss liberale Theologie (verstanden als jene Theologie, welche die Kategorien der Moderne unhinterfragt zum Referenzpunkt machte) immer sehr gereizt auf biblische Wundergeschichten reagieren: denn in Wundern verletzt Gott die Regeln des großen Anderen. In Wundern kommt uns Gott auf traumatische Weise nahe.
Außerdem wird Gott in den wichtigen biblischen Passagen eben nicht als derjenige, mit dem Überblick über alle Dinge präsentiert. Die Beschreibungen Gottes fokussieren sich nur sehr selten auf den Blick und viel öfter auf die Stimme und den Ruf. Die Struktur eines Rufes ist nun aber eine ganz andere als die Struktur des Blicks. Während ein Blick für distanzierte Kontrolle, für Macht als solche steht, ist der Ruf machtlos, er kann ungehört verhallen. Er muss auf “Ohren, die da hören” treffen. Wie John Caputo jüngst schrieb: “Gott existiert nicht, er insistiert”.

Und man muss sich hier fragen: gibt es nicht etwas, das traumatischer ist, als die Inexistenz Gottes?
Nämlich die Möglichkeit der Existenz Gottes? Ist nicht Žižeks Versuch der Aneignung des Christentums nicht genau das, was er oben als koffeinfreien Kaffee kritisiert: nämlich Religion ohne Gott? Ohne das Trauma, das mich und mein “Sinthome”, also den irreduziblen Kern meines Wesens, bedroht? Ist es nicht der viel schrecklichere Gedanke, dass es da etwas geben könnte, das mir mein Leben entreißen könnte und mich auf einen Weg senden könnte, den ich mir selbst nicht ausgesucht habe? (Johannes 21, 18 -19) Und was, wenn diese Struktur des Rufes nicht der Ruf des großen Anderen ist, sondern der Ruf den Großen Anderen zu verlassen (Genesis 12,1: Zieh weg aus deines Vaters Haus- man bedenke hier den Vater als prototypische Figur des großen Anderen)?

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6 thoughts on “Žižek – What if no one’s watching

  1. lotharson says:

    Hat er das Buch ursprünglich auf Englisch geschrieben?

    • arnachie says:

      Lotharson, ja Zizek schreibt zumeist auf Englisch. Das Buch “Less than nothing” ist wohl auch schon übersetzt worden als “Weniger als Nichts”. Ich zitiere hier aber aus Zizeks “Lacan. Eine Einführung”, was eine gute, unterhaltsame Einführung in Zizeks Denken bietet.

  2. Dieser Aufsatz ist sehr interessant. Die Frage lautet: Was wäre, wenn der biblische Gott nicht der “allmächtige” ist, den die christliche Religion aus ihm gemacht hat.
    Dorothee Sölle betont die personale Ebene und sagt über Jesus, sie glaube ihm Gott. Mit dieser Art Formulierung kann ja unmöglich der große Andere gemeint sein. Die Frage klingt jetzt brutal, aber sie steht im Raum: Wozu brauchen wir Gott? Als Moralapostel doch bestimmt nicht, oder? Ich denke, dass es um Geist, also um eine Einstellung geht. Gott ist die Antwort auf die Frage, welchen Sinn wir unserem Leben geben wollen. Die umgekehrte Formulierung, Gott ist Liebe, Sinn usw. dreht diese Formulierung geradezu um.
    Ich habe eine Predigt über die Geschichte vom bittenden Freund gehalten und entdeckt, dass es nicht um Gebetserhörung geht, sondern um das Gebet darum, dass Gott den Geist gibt, dass es darum geht, Gott um den Geist zu bitten, den nur Gott geben kann. Doch wer betet heute schon um den Geist? Die Religiösen glauben doch immer, Gott wirke von außen. Das ist falsch. Als Geist wirkt er von Innen.

    • arnachie says:

      Lieber Christoph,
      herzlich willkommen auf dem Blog!
      Ja, meine Intuition geht auch in die Richtung, dass der “metaphysische Gott” der Tradition problematisch geworden ist. Doch zählt dazu nicht möglicherweise auch die Konzeption von Gott als “Antwort auf die Sinnfrage”? Gibt es nicht das Phänomen, dass Menschen selbst diese Frage nicht mehr stellen, weil sie einfach nicht mehr verständlich erscheint vor dem Hintergrund eines als absurd erlebten Kosmos? Wäre hier vielleicht Gott viel eher der Ort, an dem diese Frage überhaupt erst aufgeworfen wird? Zu der johanneischen Formulierung “Gott ist Liebe” habe ich ein gespaltenes Verhältnis: zwar kommt hier in der Tat der personale Apsekt hervor, aber den kenne ich aus der Tradition, aus der ich komme, schon recht gut und auch dieser bringt seine Probleme mit sich. Außerdem sind für viele doch solche großen Wörter wie Liebe gar nicht mehr so selbsterklärend wie sie einst waren und so würde man die eine Unbekannt mit einer anderen unbekannten erklären.
      Jetzt würde mich zu guter letzt noch interessieren, wie Du das mit dem Geist genau meinst.

      • Lieber Arne,
        Zur Sinnfrage hast Du eine interessante Formulierung gefunden, die es wohl trifft. Im Bild gesagt: der Ball wird auf den fragenden zurückgespielt; wer diese Frage stellt, hat sie selbst zu beantworten. Damit ist Gott nicht aus dem Spiel, eher im Gegenteil. Aber zu glauben heißt dann wohl, sich für den Weg zu entscheiden, der Gott und Welt nicht trennen will und kann. Gott ist nicht die Antwort auf alle Fragen. Im Sinn von Viktor Frankl ist den Menschen aufgegeben, ihrem Leben einen Sinn zu geben. Ich gebe zu, dass ich mich theologisch dann wohl für Erasmus entschieden habe.
        Liebe ist der Name für den Geist, im biblisch verstandenen Sinn. Liebe ist die Entscheidung für ein individuelles Leben in Verbundenheit. Der Geist ist ein Gefühl, das wir wahrscheinlich sogar wahrnehmen können. Es ist aber keine Antwort auf die Warum-Frage, sondern gleichzeitig dank für das Leben, der Wille zum Leben und der Wille dazu, das Leben in Verbundenheit zu wählen. Alles objektivierende Reden von Gott ist Ideologie. Aber damit wird das subjektive Reden von Gott nicht unmöglich, ja vielleicht ist das der Anfang. Manchmal denke ich, das ich von den Pietisten gar nicht weit weg bin, wenn sie es doch nur sehen könnten.

  3. arnachie says:

    Lieber Christoph,
    vielen Dank. Das sind sehr viele Gedanken, die extrem gebündelt sind. Die Definition von Glauben als Entscheidung, Gott und Welt nicht trennen zu können, gefällt mir sehr gut. Auch die Trias: Dankbarkeit, “Wille zum Leben” (Affirmation?) und Verbundenheit leuchtet mir sehr ein. Wobei hier die Herausforderung wäre: was macht man mit “Wer sein Leben behalten will, der wird es verlieren.”?
    Zur Sinnfrage: man sollte hier das Buch Kohelet nicht vergessen, eines der für mich wichtigsten Bücher der Bibel. Es scheint so etwas zu geben, wie einen heiligen, dekonstruktiven Zynismus der Bibel, der zuerst Sinnstiftungen zertrümmert, bevor neue Formen der Sinnstiftung ermöglicht werden, der also zuerst desorientiert, bevor eine Reorientierung möglich wird. Und diesen Vorgang würde man wohl “Metanoia” nennen.
    Zur Spaltung von objektiv und subjektiv: ich halte eine Gottesrede, die Gott im Innenraum des Subjekts (“Gefühl der schlechthinnigen Abhängigkeit etc.) verortet, auch nicht für sehr tragfähig. Da scheint mir dieses Element doch zu wichtig zu sein, dass Glaube eben auch bedeutet, sich in einer neuen (Sprach-) Welt wiederzufinden, sich in einer Geschichte zu verorten, die nicht bloß subjektiv ist. Vor allem scheint ja die Geschichte auch das Subjekt neu zu verorten und zu transformieren.

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