Emergent Forum

Lang ist’s her, dass ich das letzte mal hier etwas gepostet habe, aber nichts liegt mir ferner als schlechtes Gewissen. Die letzten Monate waren gut gefüllt mit meinem Praxissemester an einem Gymnasium ganz in der Nähe von Heidelberg; vielleicht dazu mehr zu einer anderen Zeit. 

Jetzt soll es erst einmal um das Emergent Forum 2011 gehen. Weil Peter schon einen Post geschrieben hat, den ich auf den Appell Ohr verstanden habe, fühlte ich mich genötigt, doch ein paar Worte zu schreiben. 


Wir saßen vor ein paar Monaten als Koordinationskreis bei einem gemeinsamen Abendessen und tauschten so aus, wie wir in Bezug auf Emergent stehen. Ohne jetzt “Interna” ausplaudern zu wollen, muss ich sagen, dass es auch ernüchterte Stimmen gab. Im 5. Jahr steht Emergent Deutschland vor der Frage, wie man eine nachhaltige Wirkung entfalten kann, wie man also sozusagen die Kultur des Christentums stärker prägen kann. Das hat auch mit Prozessen zu tun, die man “Institutionalisierung” (oder zumindest “Verstetigung”) nennen kann. Und das kann eben auch für manche einen Verlust an Enthusiasmus mit sich bringen. Für mich persönlich schien mir Emergent im letzten Jahr in die Arbeitsphase eingetreten zu sein, in der sehr viel stärker als vorher mit Inhalten “gerungen” wurde. Das könnte natürlich daran liegen, dass ich selbst stärker aktiv war, aber auch das “Arbeitstreffen” der Theologie Initiative und den Studientag mit N.T. Wright würde ich darunter fassen.

Auch im Vorfeld des Forums lief es manchmal etwas zäh und wir blickten lange eher besorgt auf die Anmeldezahlen. Doch auf dem Forum selbst hatte ich das Gefühl, dass alles so richtig war, wie es gelaufen ist. Es ist immer ein Drahtseilakt, ob die Balance gelingt zwischen inhaltlichen Inputs “von vorne” und Möglichkeit zur Beteiligung, zur Vernetzung usw. Mir schien die Mischung sehr stimmig zwischen Zeiten zum Austausch beim gemeinsamen Essen und Trinken und Musikhören und Zeiten mit inhaltlichen Impulsen. Auch wenn letztere oft für Leute die schon länger nicht dabei sind, wenig Neues boten, so glaube ich doch, dass das Themenfelder sind, die in großen Teilen des Christentums in Deutschland eher unterbelichtet sind. Ich hatte großen Spaß daran, zu hören, was andere Leute so machen und in welchen Prozessen andere stecken. Ich war wieder sehr bewegt von den Projekten, die Haso vorgestellt hat und von dem Impuls Hasos. Ich fande die Atmosphäre auf dem Forum wieder sehr bereichernd und ich hatte das Gefühl, dass es auch anderen so geht. Die gemeinsame Vernetzung ist natürlich letztlich das wichtigste, nur tut es der Vernetzung gut, wenn es inhaltliche Impulse gibt, über die man sich austauschen kann. 

Kurz gesagt hatte ich auf dem Forum nie das Gefühl, dass sich Emergent um sich selbst dreht und ich hatte auch keine Zweifel daran, dass von Emergent wichtige Impulse für das gesamte Christentum ausgehen. Ich habe das Forum als eine Ermutigung erlebt, selbst aktiv zu werden und in Heidelberg stärker nach potenziell Gleichgesinnten zu schauen. Wie ging es euch?

Advertisements

2 thoughts on “Emergent Forum

  1. Peter Aschoff says:

    Oh, das war gar nicht als Appell gemeint. Trotzdem Danke für den Post!

  2. Phil Mertens says:

    Hi Arne!Danke für Dein Statement. Hast mir mit Deinem Post noch mal ‘nen anderen Blickwinkel geboten, auch wenn ich als ergebnisorientierter Mensch doch noch darauf hoffe, über die Podcasts ein wenig mehr zum EF zu erfahren. Aber vielleicht ist das doch der falsche Ansatz, denn Du sprichst mit Recht ja von Beziehungen und der Umsetzung. Viele Grüße!

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s