(Post-säkular: Mission II)

Nach dem letzten Post habe ich gerade tatsächlich einen Aufsatz von Michael Herbst gelesen, in dem es um Mission bzw. missionarischen Gemeindeaufbau ging. Ich war sehr enttäuscht, da hier ein bestimmtes Gemeindemodell als die Lösung für alle Fragen verkauft wird (Willow Creek). Ich selbst, der Jahre in einer Willow Creek beeinflußten Gemeinde durchlitten hat, habe starke Abneigungen gegen solche einfachen Modelle. Da habe ich mich wieder dem Gedanken der missionalen Gemeinde zugewendet und mir meine Gedanken gemacht. 

Die Kerngedanken von missionaler Theologie habe ich immer – ohne sie selbst nocheinmal nachzulesen! – so verstanden:

Mission besteht nicht der Kirche wegen, sondern Kirche der Mission wegen. Also ist die Kirche und der einzelne Gläubige nicht der Endpunkt und das Ziel, sondern sie bestehen für die Mission. Nur was ist die Mission? Jesus sagt: “So wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich euch!” (Joh 17). Und was bedeutet das? 

Keine Ahnung!

Das ist wichtig! Wir wissen nicht immer schon was das bedeutet. Ob diakonisches Engagement, ob es darum geht, Einzelne Menschen anzusprechen oder darum geht größere politische Zusammenhänge zu kritsieren. Kirche entsteht nur als eine Gemeinschaft, die sich zusammen um dieses Nicht-Wissen positioniert. Kirche ist die Gemeinschaft derer, die gesandt sind ohne zu wissen wohin. Denn das ist ja das Charakteristikum von Gottes Sendung schon bei Abraham: es geht um ein Land “das ich dir – auf dem Weg – zeigen werde”. Diese Frage ist jeweils vor Ort zu stellen und dieser Frage soll nicht dadurch ausgewichen werden, dass man sich auf sozialwissenschaftliche bzw. theologische Erkenntnisse oder vorbildliche Gemeindemodelle beruft. Im Zusammenhang mit dieser grundlegenden Verwirrung kann dann tastend-experimentell und provisorisch versucht werden, konkrete Projekte, Gottesdienste und Gemeinschaftsaktivitäten zu starten, die in der jeweiligen Kultur einen Sinn ergeben, aber dabei ist klar: man bleibt offen dafür, dass die Mission auch jeweils anders aussehen könnte und Korrekturen notwendig werden. 

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