Kontext- ualisierung II

Bei Peter ist eine Diskussion entstanden über genau die Frage der Kontextualisierung. Nun haben wir festgestellt, dass das Christentum eh eine ständige Übersetzung ist, dass es eh die Bewegung von Geschicten und Symbolen zu Begriffen ist, dann ist die Frage: wozu dann Kontextualisierung?

Das Problem ist, wenn dieser Prozess einfriert und eine bestimmte Begriffsbestimmung (Gesetz und Evangelium zB) zum überzeitlichen Maßstab genommen wird. Es gibt auch hier in der akademischen Theologie Versuche der Kontextualisierung. Aber oftmals bleiben diese eine Arbeit an den Begriffen, die als christliche Urbegriffe vorrausgesetzt werden: Gnade, Sünde etc.. Es bliebe die Frage: “Was bedeutet Gnade heute?”. Ich denke tatsächlich, dass man nicht ohne die Begriffe auskommt, aber es geht darum auch wieder den Prozess zwischen Begriff und Symbol in Gang zu bekommen, an beiden Stellen zu arbeiten: am Begriff und an der Narrative (und am Symbol). 

Kontextualisierung ist auch notwendig, um das Christentum aus vergangenen Sprachgestalten, die es heute eher behindern zu befreien. Dabei fragt eine Gemeinschaft, was diese Symbole und Geschichten vor Ort bedeuten. Sie guckt sich um, wo sie Gott am wirken in der sie umgebenden Kultur sieht und sie fragt nach Widerständen und zerstörerischen Impulsen in unserer Kultur heute.

Denn Kontextualisierung soll nicht bloß zu einer liberalen Adaption des Christentums an eine Kultur führen. Es ist immer auch prophetische Intervention (siehe die Idee des dreifachen Amtes der Kirche). Doch dazu mehr im nächsten Post.

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